Fortbildung Männerberatung - #08 Modul 5 - Migration und Männlichkeiten

Shownotes

Zu Gast: Özcan Karadeniz – Politikwissenschaftler und systemischer Berater. Referent für Community Outreach beim Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) und Teil des Leitungsstabs am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM-Institut). Leitet Modul 5 „Migration und Männlichkeiten“ der Männerberater-Fortbildung.

Was ist NaDiRa? • Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor wurde 2020 initiiert, im Nachgang der Anschläge von Halle und Hanau sowie der Black-Lives-Matter-Bewegung • Bislang ein Projekt (befristete Förderung), obwohl international eigentlich ein dauerhaftes Monitoring gefordert ist • Längsschnittstudie mit anfänglich 20.000, aktuell rund 13.000 Teilnehmenden (Panel), mit bewusstem Oversampling von Menschen mit eigener Rassismuserfahrung • Ziel: zivilgesellschaftliche Perspektiven in die Forschung einbringen und Ergebnisse verständlich vermitteln

Worum es in Modul 5 geht • Ausgangspunkt: Rassismus als gesellschaftliches Strukturverhältnis, nicht nur als offene, absichtsvolle Diskriminierung – sondern als unbewusste Mechanismen, die Ausschlüsse produzieren • Zentrale Analogie: hegemoniale Männlichkeit (Raewyn Connell) und patriarchale Dividende, ein Ideal, das auch ohne persönliches Erreichen Teilhabe an Macht sichert • Übertragen auf Rassismus: die okzidentalistische Dividende (Gabriele Dietze), strukturelle Vorteile des Weißseins, unabhängig von der eigenen politischen Haltung • Männlichkeit wird nicht als natürliche Eigenschaft, sondern als soziale Praxis verstanden • Kritische Selbstreflexion für die Beratungspraxis: die eigene institutionelle Einbindung erkennen, Othering von Klienten vermeiden, unbewusste Zuschreibungen erkennen • Didaktik: selbst produzierte Dokumentarfilme, Kleingruppenübungen, viel Austausch statt Frontalunterricht, ein sicherer Raum für Selbstreflexion • Auch ein Blick auf die Kosten männlicher Sozialisation: kürzere Lebenserwartung, erschwerter Zugang zu eigenen Gefühlen, Belastung für Partnerschaft und Familie • Rückmeldung bisheriger Durchgänge: viele Aha-Momente, als entlastend empfunden, es geht nicht ums Moralisieren, sondern ums Verstehen

Aufbau Modul 5 hat denselben zeitlichen Umfang wie die anderen Module der Fortbildung. Es wurde bewusst im Curriculum nach vorne gezogen (statt Platz 9 nun Platz 5), damit die macht- und herrschaftskritischen Grundlagen den Teilnehmenden für die folgenden Module zugutekommen.

Kontakt zu Özcan Karadeniz Webseite des Instituts mail: karadeniz(at)dezim-institut.de

Hinweis Zur gesamten Fortbildung gibt es ein gedrucktes Handbuch zum Bestellen. Kontakt und Bestellinformationen finden sich hier in den Shownotes bzw. über die untenstehenden Links.

Links Männerberater-Fortbildung Fachstelle Männerarbeit Sachsenmann IPG Leipzig

Dieser Podcast richtet sich an: Beratende, Coaches, psychosoziale Fachkräfte, Therapeut:innen, soziale Träger und alle, die Männer professionell begleiten möchten.

Weitere Infos, offene Fragen oder direkt anmelden? Schaut auf unserer Webseite vorbei: https://www.maennerberater-fortbildung.de

Förderhinweis Dieser Podcast wird finanziert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Transkript anzeigen

00:00:00: kleinen feinen Podcasts der Landesarbeitsgemeinschaft Dresden.

00:00:05: Wir kommen zu einer neuen Ausgabe, die einen Einblick geben soll über die Männerberaterfortbildung, die wir anbieten.

00:00:13: Heute soll es um Migration und Männlichkeiten gehen.

00:00:18: Modul Nummer fünf bei mir ist oder mit mir verbunden ist heute Estjan Karadeniz.

00:00:26: Ich freue mich dass du da bist.

00:00:29: Wir haben gerade im Vorfeld schon ein bisschen gesprochen, was du machst und ich habe gesagt lass uns das reinbringen.

00:00:33: Was du machst?

00:00:34: Weil ich finde dass es unglaublich spannend klingt.

00:00:38: Du bist Politikwissenschaftler, systemischer Berater bis hin zur Bundesregierungsberatung.

00:00:44: Das kannst du selber aber besser erläutern als ich.

00:00:47: also leg mal los!

00:00:49: Ich frag dann nach

00:00:51: Ja hallo zusammen und hallo Jörg.

00:00:54: schön dass ich dabei sein kann Und mich auf den Austausch.

00:00:58: Also mein Name ist Ersjan Karadines, ich bin aktuell Referent für den Bereich Community Outreach im Nationalen Diskriminierungs- und Rassismus Monitor und gleichzeitig auch Teil des Leitungsstabs am DCM Institute.

00:01:13: Das heißt Ich bin einerseits beim Nationalen Diskriminierungs und Ressismus Monitor kurz Nadira Für die zivilgesellschaftliche Dialog oder zivilgesellschaftlichen Dialog- und Begleitprozesse zuständig.

00:01:27: Das heißt, ich versuche zivil gesellschaftliche Perspektiven mit in Forschungsvorhaben zu integrieren dort halt eine Art Transfer zu schaffen und zwar nicht nur dass ich Perspektive mit einhole sondern auch vielleicht ein Stück weit drauf achte das wir Forschungsinhalte auch Zielgruppen adäquat übersetzen und auch in Formate überführen, die halt einem breiteren Publikum zugänglich sind.

00:01:57: Und vielleicht noch ein zwei Worte zum Nadira?

00:02:01: Der Nadira wurde im Nachgang vor allen Dingen der Anschläge von Halle und Hanau und auch den Black Lives Matter Bewegung.

00:02:11: zu der Zeit hatten wir Jetzt muss man im Nachgang sagen, vielleicht ein kurzes Zeitfenster, wo diese Themen stärker in den gesellschaftlichen und politischen Fokus gerückt sind.

00:02:21: Und man sich auch diesen internationalen Verpflichtungen nicht mehr so richtig verschließen konnte.

00:02:25: Das heißt wir haben einen Team an quantitativen und qualitativen Forschern im Nadira die Rassismus in der Gesellschaft untersuchen, Diskriminierungserfahrung untersuchen.

00:02:40: Eine Besonderheit ist unser Monitor.

00:02:43: Das heißt, wir haben einen Panel von initial zwanzigtausend Menschen und im Nachgang immer noch dreizehntausend Menschen die sich regelmäßig zu den Themen Rassismus und Diskriminierung befragen lassen.

00:02:56: Und eine weitere Besonderkeit ist dass wir ein sogenanntes ORA-Semping haben.

00:03:00: das heißt Wir haben eine besonders große Gruppe von Menschen die selbst von Rassismos betroffen sind und auf diese Weise holen wir uns sehr viele Erfahrungswerte ein und können diese dann auswerten, nach verschiedenen Schwerpunktthemen auch immer wieder in Monitoringberichten und in Schwerpunkten Berichten Veröffentlichung dazu vollziehen.

00:03:25: Und auf dieser Art und Weise können wir über die Jahre auch Veränderungen zum Beispiel ersichtlich machen hinsichtlich von rassistischen Erfahrungen, von Ausschlussprozessen Und ähnlichen.

00:03:39: Das klingt ja unglaublich spannend, dieses Thema reinzubringen in diese Männerberaterfortbildung also Vassismus, Migration und Diskriminierung.

00:03:47: das finde ich sehr sehr... Also macht mich neugierig, finde dass unglaublich toll, dass du dabei bist mit deinem Modul.

00:03:55: Jetzt geht es ja in dieser Fortbildung die sich über anderthalb Jahre hinzieht oder streckt oder dauert Geht es ja darum, verschiedene Perspektiven von Männlichkeiten anzubieten und sich darin weiterzuentwickeln?

00:04:16: Wie schlägst du den Bogen zur Männerberatung?

00:04:30: Bei meinem Modul vielleicht eine Besonderheit darstellt ist, dass ich erstmal das Thema Rassismus sehr stark fokussiere.

00:04:38: Das macht vordergründlich vielleicht nicht ganz so viel Sinn aber ich glaube, dass es im Laufe des Moduls dann doch sehr einteilnehmend sehr ersichtlich wird inwiefern das halt auch ein gesamtgesellschaftliches Thema ist und auch in der Männerberatung eine gravierende Rolle einnehmen kann.

00:05:00: Wir haben, glaube ich in unserer Gesellschaft stehen wir noch so ein bisschen am Anfang, was die Auseinandersetzung mit Rassismus angeht.

00:05:07: Lange Jahre war das ein Thema, was eher ja so ein Stück weit reserviert war für die NS-Vergangenheit vielleicht auch für die Apartheitsregime in Südafrika oder man spricht halt verächtlich von desinterierten ausdeutschen Jugendlichen auf dem Lande aber das ist halt ein Thema was eher als Randphänomen adressiert wird.

00:05:27: In der Forschung hingegen ist es so, dass wir seit Jahrzehnten davon ausgehen, dass Rassismus eine Art Gesellschaftsverhältnis ist.

00:05:33: Das heißt das Ordnetgesellschaft strukturiert Wahrnehmungen und Diskurse aber auch institutionelle Praxis genauso wie aber auch zum Beispiel beraterische Praxis von Menschen in einer Beratung.

00:05:50: Vor dem Hintergrund geht es mir darum Grundlegend erst mal ein Verständnis davon aufbauen, was so Macht- und Taschaftsverhältnisse an der Gesellschaft angeht.

00:06:00: Also weniger dieses offene vielleicht auch intendiierte, also dieses absichtsvolle Schädigen oder verächtlich machen von Menschen sondern viel mehr zu verstehen wie man mit einer ganz normalen in Anführungsstrichen Praxis im Alltag Ausflüsse produzieren kann Und die verziehen sich das

00:06:23: nicht,

00:06:24: ohne dass man das möchte.

00:06:26: Also es geht nicht um darum ob jemand abschließtvoll handelt sondern es geht ihm den Effekt beim Gegenüber.

00:06:33: und da ist es tatsächlich so, dass wir in unserer Gesellschaft sehr stark ja auch eine Vorstellung davon haben was in Anführungsstrichen andere Männlichkeiten angeht.

00:06:49: Das heißt warbande Bilder in der Gesellschaft von vermeintlich anderen Männern, die gefährlich sind, rückständig und bedrohlich sind.

00:07:01: Und die auch für patriarchale Verhältnisse stehen.

00:07:04: Interessanterweise ist das so, dass wir durch diese Annahmen, durch diese Imagination ganz häufig eine Entlastungsfunktion haben.

00:07:12: Das heißt, wir projizieren bestimmte Annahmen auf andere auschalisierend und gleichzeitig entsteht dadurch eine Entlastung einer imaginierten Viergruppe gegenüber.

00:07:23: Und ich glaube, da geht das so ein bisschen in den Modul drum, dem so ein bissel nachzuspüren und Verständnis dafür zu entwickeln wie das sich auch bei... Da schließe ich mich gar nicht selber aus, ne?

00:07:35: Also wie dass bei uns allen ein Stück weit passieren

00:07:37: kann.

00:07:38: Ja, ich wollte gerade sagen also ich entlasste wenn ich das jetzt nochmal versuche wiederzugeben was ich gehört habe.

00:07:44: Ich versuche mich selbst zu entlasten, indem ich energischwahrend mit einem Vorurteil arbeite.

00:07:51: Also mein Gehirn sieht eine andere Person, sieht einen anderen Mann, sieht ein Erscheinungsbild und macht quasi einen Stempel drauf, macht eine Kategorie und sagt der ist so-und-so oder bedrohlich, der ist irgendwas damit Ich mich entlaste bis mir leichter geht sozusagen, damit ich nicht so viel Energie verbrauche, mir die Mühe machen muss darüber nachzudenken oder darüber zu reflektieren wie ich jetzt gerade an die Person rangehe weil dieses Vorurteil sage ich mal was da in mir abläuft als Energiesparmodus dazu führt, dass ich eine bestimmte Art und Weise mit dem Gegenüber interagiere.

00:08:26: Dass möglicherweise ich sag jetzt mal salopp blöd ankommt oder blöd rüber also verstanden werden kann als rassistisch

00:08:36: Ja In Teilen, ja.

00:08:39: Und in Teilen ist es aber auch sehr viel mehr, weil Rassismus letztlich halt nicht nur auf so einer individuellen Ebene sich vollzieht und nicht nur auch wie auf so nahe nicht nur so psychologisiert werden kann sondern das ist auch etwas was ein Ordnungsprinzip an der Gesellschaft darstellt.

00:08:57: Das heißt wir haben zum Beispiel eine Gesellschaft die sicher in vielerlei Hinsicht als liberal, progressiv etc.

00:09:10: versteht.

00:09:11: also das heißt auch ich als Einzelperson die vielleicht irgendwie ja vielleicht sich sogar selbst als links verortet kann und auch als progressiv vielleicht in vielerlei Hinsicht sich auf der guten Seite der Macht verorten kann trotzdem im Grunde genommen in ein Machtsystem involviert sein und unentendiert ja daran mitwirken, dass halt gesellschaftliche Verhältnisse die Ausschlüsse produzieren, die Teilhabe verhindern.

00:09:43: Die hat bestimmte Zuschreibung einfach wiederholt aufploppen lassen all das halt irgendwie zu stabilisieren.

00:09:52: und in der Rassismusforschung gehen wir davon aus, dass Rassismus etwas ist was wir auch quasi sozialisation sehr früh schon vermittelt bekommen gar nicht so vor uns hertragen müssen.

00:10:07: Aber wenn gesellschaftliche Ordnung bedroht wird, also wenn halt etablierte Zustände in irgendeiner Art und Weise infrage gestellt werden, immer dann wird Rassismus stark.

00:10:19: Ah ok!

00:10:19: Und auf einer höheren Ebene siehst du es jetzt sozusagen nochmal... Also nicht nur auf dieser persönlichen, was muss ich als Berater mir klarmachen?

00:10:27: Sondern es hat den höheren Zusammenhang auf einer, sagen wir mal ab Meta-Ebene.

00:10:33: Welchen Einfluss oder welche Auswirkungen hat das aus deiner Sicht dann auf die Männerberatung?

00:10:39: Oder sollte es haben, oder könnte es?

00:10:43: Also ich glaube dass es wichtig ist so ein Gespür dafür zu bekommen.

00:10:47: erstens in welchem Setting begegne ich gerade Menschen.

00:10:50: Ja also wie bin ich quasi institutionell eingehegt?

00:10:54: In welcher Repräsentant bin ich?

00:10:57: von welchen Institutionen?

00:10:58: Aus welcher Perspektive schaue ich auf Männer Die vielleicht Beratung suchen Und ja, aber auch wie vielleicht unterbewusst Bilder aufploppen können oder auch Vorannahmen entstehen können.

00:11:13: Die dann Menschen auch auf eine Art und Weise der Fachberuf ist Asering im Deutschen würden wir sagen Veranderung.

00:11:21: also wie ich auch dazu beitrage dass sich bestimmte Personen vielleicht auf einer unentendierte Art und Weise auch plötzlich irgendwie exotisiere oder wenn ich zum Beispiel eine Fallkonstellation dargestellt bekomme, dass sich vielleicht auch schnell in so einer Annahme hineintappe.

00:11:41: Und ich glaube das ist ganz gut, es werden wir da so ein Gespür für entwickeln, sondern einerseits so eine kritische Selbstreflektion ja?

00:11:49: Und gleichzeitig aber auch so eine Art dedektivisches Gespüre dafür entwickeln was da vielleicht für Mechanismen reichen könnten.

00:11:59: Okay, und wie muss ich mir das Modul vorstellen?

00:12:04: Wie ist es aufgebaut?

00:12:05: Wir sind ja quasi so ein bisschen neugierig in... Ja, wir arbeitest du dann quasi in diesem... Was erwartet mich in diesem Modul mit dir?

00:12:16: Also für mich ist einerseits bisher sehr stark auf das Thema Rassismus als gesellschaftliches Strukturverhältnis eingegangen, aber das ist nicht das wo ich stehen bleibe.

00:12:27: Sondern für mich es ist vor allen Dingen ganz wichtig auch die Analogien zu schaffen so anderen sozialen Ungleichheitsverhältnissen zum Beispiel auch Männlichkeiten als ein relationales Macht Verhältnis zu verstehen also auch zu begreifen dass Männlichkeit keine natürliche Eigenschaft ist sondern eine Art soziale Praxis.

00:12:50: dass wir halt auch eine soziale

00:12:52: Praxis, eine sozialen Praxis die sich selbst erhalten will habe ich letztes gelernt von einer Profession in Berlin.

00:12:59: Stimmt das?

00:13:01: Naja, wir sind halt letztlich neigender zu uns als Individuen zu begreifen als völlig losgelöst von Gesellschaft und Einflüssen.

00:13:16: vielleicht nicht in Gänze aber das ist ja schon so ein bestliches Ideal.

00:13:21: Genau, also ich bin ich und mein Gegenüber ist vielleicht dann halt eher irgendwie keine Ahnung türkisch Arabisch muslimisch irgendwie sowas.

00:13:30: Und ganz häufig auch Repräsentant seiner Gruppe.

00:13:33: und das kann zu ganz grünen Konstellationen führen dass sich zum Beispiel halt diese Personen halt auch irgendwie genau als solcher als so ein Repräzentant einer anderen Gruppe anspreche dass sie halt auch dass das Kopfkino angeht und ich da halt irgendwie bestimmte Annahmen als schnell parat habe.

00:13:53: Aber in Bezug auf hegemoniale Männlichkeit, das ist so ein Bericht den Reverend Connell geprägt hat.

00:14:01: In den neunziger Jahren also eine australische Forscherin können wir glaube ich an dieser Stelle vielleicht nicht so vertief drauf eingehen aber sie spricht von einem Ideal eines Männlichkeitstypus den halt im Grunde genommen sehr, sehr wenige Menschen wirklich ausführen.

00:14:20: Aber es gibt für ganz viele Männer ist dieses Idealbild halt dient der Orientierung und während das für viele als Orientierung dient und auch gleichzeitig Teilhabe sichert an Machtverhältnissen.

00:14:33: Es ist so dass es gleichzeitig aber auch die Legitimationsgrundlage dafür bietet, dass ich andere abwerten kann oder auch in Distanz zu diesem Leid Motiv von Männlichkeit rücken kann.

00:14:45: Und interessanterweise ist es so, dass ich wenn ich auf Männlichkeit als auch jetzt so analog zu Rassismus als Gesellschaftsverhältniss schaue dann ist das so, daß ich selbst mich individuell als total... weiß ich nicht, also ich weiss nicht ob Männer feministisch sein können aber zumindest pro-feministisch eingestellt sein können.

00:15:12: und Ich kann mich als total... ich kann patriarchale Verhältnisse kritisieren, ich kann mich halt als total progressiv und pro feministisch eingestellt wahrnehmen.

00:15:24: Und trotzdem ist es so dass sich in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft am Ende des Tages eine Art... ...und sie spricht davon eine Art patriarchalen Dividende,... ...dass ich eine Art patriarchale Dividenden kassiere.

00:15:35: Das heißt ich kann individuell in meiner Partnerschaft, in meinem Familienleben,... In meiner Performance in der Gesellschaft kann ich halt was ganz anderes als Selbstbild haben, vor mir Haartragen auch.

00:15:47: Und trotzdem ist es so dass sich an ganz vielen Stellen als Mann diese patriarchale Dividende kassieren und die Analogie dazu ist es interessanter Interessanterweise so das man auch Rassismus ganz ähnlich geschifrieren kann.

00:16:02: Das heißt ich kann auch als weiße Person zum Beispiel komplett antifaschistisch, anti-rassistisch eingestellt sein.

00:16:08: Ich weiß nicht die Linken oder die Grünen wählen irgendwie auf Demos gegen rechts gehen.

00:16:15: und trotzdem ist es so dass ich in einer Gesellschaft lebe in der weiße Menschen strukturell verankert privilegiert sind und ich kann diese und Gabelidis spricht dann von auksidentalistischen Dividende.

00:16:29: Ich kann dann halt analog dazu diese Dividenden kassieren und es ist glaube ich ganz spannend zu schauen, wie Sexismus und Rassismus ganz stark Analogien aufweisen also sich sehr stark ähneln.

00:16:42: aber und das ist dann auch spannend und da kommen wir dann im Laufe des Moduls dann auch hin dass ihr dann auch so ein bisschen schauen wie das auch miteinander verwoben

00:16:50: ist.

00:16:51: Also du entwickelst das im Laufe des Modus wie so ein, sagen wir mal einen roten Faden der sich so ein bisschen durchzieht oder wie ein Regisseur, der so ein Drehbuch hat.

00:17:03: Im Sinne von ich lasse das mal laufen und ich entwickle das in bestimmte Richtungen und entweder biegen wir da ab oder biegen da ab.

00:17:09: Und also ich finde es gerade schon total spannend.

00:17:11: Ich merke schon dass wir uns bremsen müssen Dass ich dann nicht noch weiter rein frage und nachfrage weil ich das unglaublich spannend finde und es mir als ich angefangen habe mich damit zu beschäftigen schon mal immer wieder so, aha Momente und Augenöffner und so.

00:17:25: Also ich glaube da ist unglaublich viel drin in deinem Modul vielleicht organisatorisch noch ein bisschen.

00:17:34: wie groß ist das?

00:17:35: Wie lang kannst du dazu noch was sagen?

00:17:38: Ja die Module sind ja alle letztendlich gleich lang, d.h.

00:17:42: Zeig.

00:17:44: Also es war mehr diese Tage als bei den anderen Modulen auch

00:17:48: Genau, wir haben denselben Umfang und es ist tatsächlich so wie du es gerade gesagt hast.

00:17:52: Es ist so dass ich da versuche letztlich von ja von so einer Metaperspektive aber auch von einem relativ einfachen Zugang erstmal auch wenn ich jetzt gerade ein paar Fachbegriffe benutzt habe und das vielleicht in Teilen kompliziert angehört hat.

00:18:10: Wir fangen berutsam an, steigen halt langsam ein und versuchen dann Stück für Stück So ein Gespür dafür zu entwickeln.

00:18:19: Und das ist dann nicht so, dass ich da jetzt einen reinen Theorikus abhalte sondern es ist auch so, wir arbeiten mit sehr vielen Übungen.

00:18:29: Ich habe früher auch bei verschiedenen zivilgesellschaftlichen Trägern gearbeitet lange Jahre und komme selber aus dem politisch-bildnerischen Bereich.

00:18:41: Ja, früher zum Beispiel auch Übungen entwickelt oder auch andere Vermittlungsformate ausprobiert.

00:18:48: Das heißt wir haben zum Beispiel Dokumentarfilme produziert.

00:18:54: das irgendwo anzusiedeln zwischen low budget und no-budget ja also was so das scenärstisch angeht ist es gleich nicht das allerhöchste Niveau aber ich glaube die sind sehr gelungen.

00:19:06: Wir haben verschiedene übungen entwickelt die extrem glaube ich einladen sind und auch die Möglichkeit von intensiven Austauschspielen, und auch zur Reflexion.

00:19:17: Die finden halt... also davon finden mehrere statt ja?

00:19:21: Und es ist halt auch so dass sich immer wieder auch kürzere und auch einmal längeren Filmen zeige und wir darüber auch noch mal einen Austausche gehen und immer wieder in kleinen Gruppenarbeit, in Reflexionen und da wirklich versuchen sehr sensibel mit uns umzugehen und dann auch so einen Raum zu eröffnen, dafür dass wir so ein Gespür dafür entwickeln.

00:19:40: Ja wie diese Verhältnisse uns regen und meine Erfahrung zumindest der letzten beiden Durchgänge war das... Und die Rückmeldung waren so, dass die Teilnehmenden wirklich wahnsinnig viel Spaß daran hatten und das auch in vielerlei Hinsicht als entlastend empfunden haben weil es bei mir und auch in diesem rassismuskritischen Ansatz Einfach nicht darum geht, zu moralisieren.

00:20:04: Es geht nicht darum den oder die böse Rassistin oder so zu identifizieren und dann irgendwie zu kasteinen.

00:20:12: Es ist wirklich ein Gefühl dafür zu entwickeln wie diese Verhältnisse auf uns gewirkt haben, wie sie vielleicht auch ein Stück weit uns deformiert haben.

00:20:22: Und da geht es glaube ich auch viel darum... Empathie nicht nur anderen gegenüber zu entwickeln, sondern auch sich selbst gegenüber und gespürt dafür so also ein bisschen liebevoll auf sich zu gucken und zu spüren.

00:20:35: Was wurde mir da eigentlich genommen?

00:20:37: Und ich glaube das ist auch da gibt es eine große Analogie.

00:20:39: Ich glaub männliche Sozialisation nimmt Männern viel.

00:20:44: Also wir sind das vermeintlich starke Geschlecht aber wenn man sich das genauer anschaut dann sterben deutlich früher, haben Probleme, Grenzen zu ziehen.

00:20:59: Wir werden schon von früh an auf Mann getrimmt, haben schlechten Zugang zu ihren Gefühlen, belastet Partnerschaft beziehung zu Kindern Familie also all diese Aspekte die könnte man jetzt noch ja nicht endlos aber sehr weit führen und interessanterweise ist es so dass das halt auch in Bezug auf Rassismus eigentlich solche Verhältnisse ganz viel machen.

00:21:25: Ich finde den Punkt wichtig, den du gerade nochmal angesprochen hast und den würde ich gerne noch mal so ein bisschen wiederholen dass es also irgendwie auch um Leichtigkeit geht, um Spaß geht, dass das die sagen wir mal die thematische Schwere der Überschrift jetzt nicht heißt, dass da so wie du gesagt hast theoretisieren wird oder ein schweres Modul sondern dass das irgendwie eine Leichtigheit kriegt.

00:21:47: Erkenntnismomente AHA Momente Kann mir vorstellen, dass die Teilnehmer da sehr viel ... Wir lassen die Teilhämer auch noch zu Brot kommen in einer der nächsten Module.

00:21:59: Dass diese Rückmeldungen ... Also das sie Teilnehmer sehr viel mitnehmen für sich und ihre Alltagspraxis, Beratungskraxis oder wie siehst du das vielleicht?

00:22:07: Das

00:22:08: auf jeden Fall wobei ich jetzt nicht ein falsches Versprechen machen möchte.

00:22:13: es wird bei mir Theorie geben also ist nicht Theorie frei.

00:22:17: das hat man glaube ich jetzt an anderen Stellen auch gemerkt.

00:22:20: Ich glaube aber auch fest daran, dass es ohne Theorie nicht geht.

00:22:25: Wenn wir uns nicht mit Theorien in der Auseinandersetzung, mit Gesellschaft und sozialen Verhältnissen auseinander setzen, dann werden wir über bestimmte Punkte nicht hinauskommen.

00:22:36: Aber ich glaube nicht an was wie im Frontalunterricht oder so ein abstraktes Geräte über Theorieren sondern ich versuche... Theorie punktuell einfließen zu lassen.

00:22:48: und es ist aber sehr, sehr viel über wirklich andere Elemente.

00:22:53: Über Austausch, über Gruppenaufgaben, über Prozesse.

00:22:57: und wie gesagt meine nicht nur Erfahrungen sondern auch die Rückmeldung bisher war dass alle wenn ich das in aller Bescheid sagen darf alle sehr begeistert waren und einfach wahnsinnig viel Spaß hatten.

00:23:11: Ja du und ich, wir kennen uns ja jetzt gerade erst oder lernen uns gerade erst kennen.

00:23:14: Ich kenne den noch nicht so genau aber ich habe jetzt schon den Eindruck dass du auch jemand bist der Theorien in den Raum wirft Fachkenntnis Expertise in den raum wirft Und dann aber sagt komm lass mal damit spielen lasst mal drüber reflektieren Lass mal auseinandersetzen und gucken wie verstehst du das?

00:23:31: Wie verstehe ich das?

00:23:32: Und wo sind jetzt die Dinge, die vielleicht wichtig sind oder die man noch mal von einer anderen Seite betrachten könnte.

00:23:39: Ich glaube du bist jemand der da einen Raum gibt.

00:23:41: auf alle Fälle nehme ich das schon so wahr dass du so eine ein du hast eine unglaubliche Expertise strahlst du aus und gleichzeitig auch so eine Einladung so eine so eine angenehme sympathische warme Einladungen herkommen.

00:23:53: lass mal drüber reden.

00:23:54: Das finde ich total schön.

00:23:57: Eschan freu mich, dass wir diese Zeit gefunden haben.

00:24:01: Vielleicht zum Abschluss kommend hast du noch so ein Fazit?

00:24:07: Also ich könnte mit dir jetzt noch ewig weiterreden aber wir sind jetzt... Wir haben uns vorgenommen so eine halbe Stunde ungefähr unsere Folgen zu machen.

00:24:13: Jetzt sind wir schon deutlich drüber.

00:24:15: Deswegen bitte ich dich eher noch um ein kurzes Abschluss-Fazit unsere zuhörenden Personen vielleicht nochmal einzuladen oder ihnen Aussicht zu geben für den nächsten Durchlauf.

00:24:30: Ja, also ich kann nur herzlich einladen zur Teilnahme für die Menschen, die sich jetzt irgendwie für das Thema interessieren.

00:24:41: Vielleicht noch am Haaren sind?

00:24:42: Ich glaube dass das schon auch wirklich nicht nur in Bezug auf mein Modul sondern auf diese gesamte Weiterbildung, dass es halt wirklich ein Facettenreich ist vielfältig und sich auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise diesen Themen annährt.

00:24:57: Ich glaube da drin liegt auch wirklich eine Stärke.

00:25:01: Ja und ich glaube, dass auch wirklich ganz viele Menschen einfach in Bezug jetzt auf mein Modul vielleicht auch ganz häufig diese Erfahrungen gemacht haben.

00:25:11: Intuitiv auch wahrnehmen, dass es bestimmte Kontexte gibt wo sie ja vielleicht irgendwie einen migrantischen Mann gegenüberstehen im Kontext und merken das da vielleicht das Kopfkino anspringt oder der Zugang zu den eigenen Ressourcen und Kompetenzen irgendwie so ein bisschen verschüttet zu sein scheint.

00:25:34: Und ich glaube, was wir tatsächlich an diesem Modul schaffen oder auch zumindest gut anlegen ist dass wir da Reflektionsräume eröffnen das wir auch schaffen wieder in eine Stärke zu gehen, eine Handlungssicherheit zu kommen die Empathiefähigkeit zu erweitern auch ein Stück weit verstehen, dass die eigene Perspektive, die eigenen Werte und Maßstäbe nicht universell sind sondern sehr spezifisch geprägt sind.

00:26:04: Und wenn man das glaube ich so ein bisschen als Rüstzeug für sich mitnimmt in Beratung, in Begegnungen als Menschen dann ist das meines Erachtens zumindest ein großes Geschenk und kann sehr, sehr wertvoll sein.

00:26:17: Das ist Jan!

00:26:18: Ich freue mich riesig, dass du dir die Zeit genommen hast.

00:26:21: Ich danke dir für diesen Einblick in dieses Modul Und an unsere Zuhörenden da draußen, wenn ihr Fragen habt die da jetzt aufgekommen sind aus dem Gespräch schickt sie uns gerne.

00:26:32: Wenn ja die Kontaktdaten von Eschern stellen wir in die Show-Notes.

00:26:35: Wenn ihr mit ihm persönlichen Kontakt gehen wollt und noch die eine oder andere Frage habt ich gehe davon aus dass das für dich in Ordnung ist.

00:26:42: Absolut!

00:26:44: Dann tut das bitte gerne.

00:26:47: lasst uns ein Like da ihr kennt das Spiel.

00:26:49: die Glocke aktivieren, Fragen schicken werkt so und wir beantworten.

00:26:52: alles sage ich danke und bis zum nächsten Mal.

00:26:58: Mein Kopf von meiner Seite!

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