Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen - #01 Fragile Männlichkeit

Shownotes

Fragile Männlichkeit verstehen – Perspektiven für Beratung und Fachpraxis

Was bedeutet fragile Männlichkeit? Warum unterscheiden wir zwischen Fragilität und Verletzlichkeit? Und welche Bedeutung haben traditionelle Rollenbilder für Beratung, Männerarbeit und soziale Arbeit?

In dieser Folge sprechen Jörg Adolphs und Thomas Qiu Hönel über psychologische und gesellschaftliche Hintergründe männlicher Sozialisation. Sie zeigen anhand konkreter Praxisbeispiele, wie sich fragile Männlichkeit im Beratungsalltag zeigt und welche Möglichkeiten Fachkräfte haben, Männer besser zu erreichen.

Themen dieser Folge Was bedeutet fragile Männlichkeit? Unterschied zwischen Fragilität und Verletzlichkeit Wie entstehen traditionelle Männlichkeitsbilder? Warum Männer häufig erst sehr spät Unterstützung suchen Praxisbeispiele aus der Beratung Geschlechtersensible Beratung Was Fachkräfte konkret tun können Fortbildungsangebote der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen Männerdialoge und weitere Unterstützungsangebote Weiterführende Angebote

Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen https://www.landesfachstelle-maennerarbeit-sachsen.de

Dort finden Sie:

Fortbildungen Workshops Informationen zur systemischen Männerberatung Beratungsnetzwerke Ansprechpartner Kontaktmöglichkeiten

Männerdialoge https://www.maennerdialoge.de

Ein kostenfreies monatliches Online-Gesprächsformat für Männer zu wechselnden gesellschaftlichen Themen.

Kontakt Weitere Informationen, Fortbildungsanfragen oder Vermittlung an Beratungsangebote: https://www.landesfachstelle-maennerarbeit-sachsen.de

Ausblick In der nächsten Folge sprechen wir über das Thema Männergesundheit – warum Männer anders mit Gesundheit umgehen, welche Herausforderungen bestehen und welche Rolle Prävention und Beratung spielen.

Förderhinweis: Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts. Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen.

00:00:10: Wir sind ein Projekt des LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen e. V., wir sind finanziert durch Steuermittel des Staates Sachsen und das Staatsministerium für Soziales Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

00:00:26: So ist es dann ganz konkret in unserem Fall.

00:00:29: Wir freuen uns auch immer über die Unterstützung unserer Arbeit.

00:00:34: Unser Landesarbeitsgemeinschaft besteht aus drei Projekten, das ist die Fachstelle Jungen- und Geschlechterreflexion, da ist die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltsschutz und da sind wir als Landesfachstelle Männerarbeit.

00:00:51: Wir existieren jetzt rund etwa zwanzig Jahre und in diesen zwanziger Jahren ist bei uns einiges an Laohau zusammengekommen und wir freuen uns riesig, dass wir jetzt auch technisch in der Lage sind ein Podcast zu produzieren.

00:01:06: Um die Fachkräfte und alle Interessierten an unserer Arbeit mit Fachinformationen und spannenden Beiträgen zu versorgen.

00:01:20: ja und mir gegenüber sitzt Jörg Adolphs ebenfalls bei uns in einer Fachstelle tätig, ganz speziell im Projekt OLMA für die Oberlausitz um Männerarbeit, Männerberatung in der Oberlausitz zu etablieren.

00:01:33: Und ich Thomas Qiu Hönel als ein Teil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in unserer Organisation.

00:01:41: und das Thema Männerberatung, und aktiv in vielen Bereichen auch mit eigenen Klienten in eigener Beratung.

00:01:49: Jörg und ich sprechen heute über das Thema Fragile Männlichkeit.

00:01:55: Hallo Thomas!

00:01:56: Grüß dich!

00:01:57: Schön, dass wir das machen.

00:01:58: Ich würde gerne noch ergänzen unser Oberauftrag, unsere Überauftrag besteht in Gleichstellung von Mann und Frau und bei uns eben speziell im Fokus der Mann die Fachkräfte, die mit Männern und Männerberatung zu tun haben.

00:02:15: Ja, das kann ich auch nochmal ergänzend, dass bei unserer Arbeit im Kern es zumeist um wenn man jetzt in einer Fachsparre spricht so genannte CIS männliche Person geht, also meistens weiß.

00:02:30: Meistens heteronormativ, heterosexuell die sich selber als männlich bezeichnen.

00:02:37: das ist so der Hauptwerpunkt unserer Arbeit und es ist nach wie vor gar nicht so einfach auch diese Zielgruppe anzusprechen zu erreichen weil es ja oftmals um den sogenannten Mann in der Mitte der Gesellschaft geht aber der halt sehr wichtig ist und für uns ist das immer wieder eine spannende Arbeit vor allen Dingen mit den Fachkräften.

00:02:58: Ja, da gehen wir aber im Laufe des Podcasts noch mal ein bisschen drauf ein.

00:03:01: Wir wollen heute mal auf das Thema fragile Männlichkeit schauen und so ein paar Begrifflichkeiten klären und mal beleuchten.

00:03:09: was hat es damit Aufsicht?

00:03:11: wie erleben wir das in der Praxis bei den Fachkräften?

00:03:13: Wie ist die Gesellschaft und der Zeitgeist zu dem Thema?

00:03:18: Wie können wir vielleicht verschiedene Perspektiven dazu bieten und liefern.

00:03:22: Und wie können wir als Landesfachstelle auch als Ressource wahrgenommen werden?

00:03:27: Aber gehen wir vielleicht mal rein in die Begrifflichkeiten, fragile Männlichkeit was es genau damit gemeint.

00:03:36: Wie würden wir es einem Kollegen erklären der den Begriff noch nie gehört hat

00:03:42: Ja ist er von der Begrifflichkeit irgendwie nah dran?

00:03:47: was zum Beispiel, also man könnte es sagen ja das klingt ja wie toxische Männlichkeit ist dasselbe.

00:03:53: Nee, ist es nicht?

00:03:54: Also toxische männlichkeit oder wie ich sage starre Männigkeit beschreibt den Zustand in dem Männlichkeit sich befinden kann während es bei der fragilen Männli- keit eher so ist wenn man das von dem Spruch ausdenkt, Männlichkeit ist schwer zu erlangen aber leicht zu verlieren.

00:04:13: Es ist so zu verstehen dass es die Mechanismen sind das sind gesellschaftliche und auch psychologische Aspekte die wirkmächtig sind um einen traditionellen Rollenbild einerseits gerecht zu werden also erst zu erschaffen aber andererseits eben auch die Herausforderung es immer wieder herzustellen, weil das leicht zu verlieren ist.

00:04:40: Indem ich zum Beispiel mal ganz schnell irgendwo als Schwuchtel bezeichnet werde nur weil ich mich damit oute als Mann dass sich sagt ne, ich finde jetzt gerade eine Entordnung was du über die und die Personen gesagt hast

00:04:54: oder weil ich mir die Fängernägel lackiere?

00:04:57: Oder zum Beispiel das ja wenn man immer wieder versucht ein männliches Selbstbild zu verteidigen und zum Beispiel auch, indem man angeblich eine weibliche Position angreift.

00:05:14: Und sagt hey du bist hier ein Beispiel.

00:05:18: Seine so eine Mimose.

00:05:20: Hab dich nicht so?

00:05:21: Das ist ja das was Männer ganz frühzeitig zu hören bekommen vor allem früher ganz stark.

00:05:27: Hab dich nicht so.

00:05:29: Es geht

00:05:30: ein bisschen um Konditionierung, um das was wir über die Jahre, die Jahrzehnte, die jahrhunderte konditioniert bekommen haben als dass ist männlich und das ist weiblich Das macht einen Mann, das macht eine Frau, das tut einem mann nicht, das tut einer Frau nicht.

00:05:46: Um darum geht's.

00:05:47: Und es geht um den Begriff Fragil.

00:05:50: Da fiel mir gerade Als du geredet hast der Song von Sting ein Einer meiner Lieblingssongs Fragile, also wie zerbrechlich wir eigentlich sind.

00:05:59: Also Fragil im Sinne von Zerbrechigsein, wie zerbrechtlich auch dieses Bild ist was wir da über die Konditionierung aufgebaut haben und das so schnell in bedrängendes Gerät oder geraten kann.

00:06:14: Das sind so aus meiner Sicht die Themen daran an fragiler Männlichkeit.

00:06:19: Und danke für diese wunderbare Brücke.

00:06:22: denn?

00:06:23: Da kommt ja eine Frage worin unterscheidet sich Fragilität von Verletzlichkeit.

00:06:29: Und Verletzlichkeit, also verletzbar zu sein und sich mit dieser Verletztbarkeit zu zeigen das ist ja ein Akt dessen dass ich mich offen mache weil ich in dem Moment verletzt bar bin und da zeige ich sozusagen Stellen von mir In welcher Art ich sie auch immer zeige, oftmals kann es so sein.

00:06:56: Ich komme in ein Modus das ich gerne zurückschlagen möchte zum Beispiel oder mich verteidigen.

00:07:01: aber Verletzlichkeit ist auch Hilflosigkeit.

00:07:06: Ich spreche dem Zusammenhang gern von Hilflossigkeit.

00:07:09: Ja... Ich

00:07:10: würde gerne noch einen ergänzenden Versuch unternehmen das ein bisschen zu differenzieren.

00:07:15: Ich würde sagen die dass die Verletzlichkeit Das isst was uns wehtut also dass irgendwie Schmerz, jemand anderes, egal ob das jetzt eine Frau ist oder ein Mann ist.

00:07:27: Eine andere Person sagt irgendwas und es tut mir weh, das verletzt mich irgendwie.

00:07:34: Wie könnte ich noch sagen?

00:07:35: Tut mir wehh... Also irgendwie tut's mehr weh!

00:07:37: Und ich bin irgendwie peinlich berührt oder schmerzlich berührt.

00:07:42: Und fragilität demgegenüber ist etwas, was mein möglicherweise, also zum Thema auch Männlichkeit.

00:07:50: Was mein Bild zerbrechen lässt von dem, was ich bin.

00:07:53: Also was gar nicht so sehr eine Verletzung ist.

00:07:55: aber es zerbröselt ein bisschen das Bild dass ich mir selber aufgebaut habe von dem ,was ich bin.

00:08:03: Es vielleicht schwierig diesen Unterschied zu beschreiben merke ich wenn wir drüber reden.

00:08:09: Aber um das mal ganz runterzubrechen das eine ist eben es tut weh Und das andere ist ein Zerbröseln meiner Jacke, sage ich mal.

00:08:18: Meine Jacke als Identitätsbild.

00:08:22: Ja, so ein schönes Bild und ... Das Kernthema bei der fragilen Männlichkeit ist dass sich ja diese starke Männlichkeit immer wieder herstellen muss.

00:08:34: Ich bin also immer wieder in so einem Reproduktionsmodus.

00:08:37: Ich muss also immer nach außen zeigen.

00:08:41: Ich muss

00:08:42: es beweisen, ich bin nicht verletzbar.

00:08:44: Ja, ich halte das aus und stehe das durch.

00:08:48: Was es so immer da gibt, was man dazu sagen kann ... Und ich muss also dieses Selbstbild verteidigen!

00:08:57: Das ist das, was es so fragil macht.

00:09:01: Aus meiner Sicht, jetzt würde ich gerne zur Hilflosigkeit kommen, ich hatte mal in einem anderen Kontext gesagt, dass Männerarbeit bei der Hilflossigkeit beginnt?

00:09:10: So war so eine Hypothese von mir.

00:09:12: Also wenn ich hilflos werde, dann beginnt Männerarbeit.

00:09:18: Ja das daran erinnere ich mich gerade.

00:09:22: Und würdest du sagen dass es eher ein individuelles Problem ist oder strukturelles?

00:09:25: Oder beides?

00:09:29: Es ist beides je nachdem wie ich gerade damit arbeite.

00:09:34: wir schauen ja aus der Fachperspektive aus zwei Ja, aus Weyerlei Sicht einmal strukturell.

00:09:42: Weil das ist natürlich ein struktorelles Thema wenn ein Mann immer wieder herausgefordert ist eine gewisse Form von Männlichkeit immer wieder herzustellen Dann hat er das ja irgendwo, das hatte er sich an der Ausgedacht.

00:09:56: Sondern es hat ihr euch irgendwo mitbekommen Und wir hatten heute alses Gespräch Wie zeitig das beginnt?

00:10:02: Wie Zeitig wie ee.

00:10:04: Also wirklich...

00:10:04: Wie zeitlich das beginn und wodurch Und wodurch?

00:10:07: Einfach nur durch Beobachtung

00:10:09: Ja.

00:10:10: Und also das ist die strukturelle Ebene, dass es also nie persönlich individuell.

00:10:17: jemand sagt ja das ein cooles Konzept, das mache ich jetzt mal so sondern das wird sozusagen übertragen in der Konditionierung ab Sekunde Null und auch schon vorgebotlich wenns Zimmer einmal in Pink gestrichen wird und Rosa und Klamotten im Blau gekauft werden.

00:10:35: Spannender fand ich noch den Punkt daran, dass in dem Alltagserleben ein Junge oder ein Mädchen oder ein Kind eben erlebt, das der Papa nicht weint.

00:10:49: Dass der Papa ... Nicht über seine Gefühle spricht, dass der Papa irgendwie Barsch reagiert und dass die Mama eher die ist, die weint?

00:10:56: Oder das ... Die Mama bestimmt also mich als Kind mehr in den Arm nimmt als der Papa zum Beispiel.

00:11:04: Solche Konditionierungen haben wir besprochen heute Morgen.

00:11:07: Diese Beobachtung, die ich als Kind mache und daraus lerne – weil wir ja so intelligent sind, lerne ich daraus – ah!

00:11:14: Das ist Mann, das ist Frau, das es männlich, das is weiblich.

00:11:19: Diese Kondentionierung haben wir heute Morgen besprochen.

00:11:21: Die ist quasi so strukturell, weil sie so unbewusst weitergegeben wird, weil Sie nicht reflektiert wird, Das war schon immer so.

00:11:34: Und ein kleiner, wie sagt man?

00:11:37: Ein kleiner Spoiler Alarm... Also faktisch ist es überhaupt nicht so!

00:11:44: Es gibt nichts.

00:11:45: männliches und nicht zweitliches, was sich wissenschaftlich beweisen lässt.

00:11:49: Belegen lässt.

00:11:51: Aber trotzdem sind diese Bilder da nur um das mal verständlich zu machen, was wir meinen wenn wir über diese strukturelle Männlichkeit sprechen und über das wo wir alle Einfluss drauf haben denn auch ich als Mann habe Einfluß auf dass was also weiblich wahrgenommen wird in der Art wie ich darüber spreche und andersrum.

00:12:10: die Frauen haben ein Fluss darauf wie wie wir Männer wahrgenommen werden strukturell.

00:12:16: Wenn es eben heißt, und da komme ich gestern aus der Praxis hier in der Oberlausitz viel dieser Satz wo die Beraterinnen sagen ja in der Familienberatung geht der Junge du gehst doch jetzt zum Fußball spielen draußen mit den geht auch mit den anderen draußen Fußball spielen.

00:12:32: also da wird sozusagen angenommen dass der das ja sowieso will.

00:12:35: er wird noch gar nicht gefragt ob der das überhaupt Bock darauf hat.

00:12:41: Ganz ähnlich wie gestern.

00:12:43: Ich höre gerade ein neues Hörbuch von einem Autoren über das Thema Scham und war ein Fallbeispiel von dem schulen.

00:12:52: Mann in der bayerischen Provinz, engagierter Mann, der das auch erlebt hat dass er pauschal zum Fußball geschickt wurde.

00:13:00: dabei hatte eine ganz große Abneigung gegen heute noch berichtet davon sich selbst gegen alle Mannschaftssportarten.

00:13:07: ja Du bist der Einzelsportler eher.

00:13:09: Ja, das ist

00:13:09: wahrscheinlich eher der Einzelfortler und es kommt daher, dass er bei seinen Eltern natürlich nicht richtig wussten was mit ihm los ist und teilweise er auch selber gespürt hat.

00:13:22: nie das ist in meinem Feld ich hab mich interessiert mich auch gar nicht.

00:13:26: Und da sind wir eher beim individuellen Thema.

00:13:28: wenn man jetzt in den Bereich der Beratung reingehen also wenn der Klient Der Mann der kommt und sagt Ich habe hier das und das Thema Und das ist immer eher beim Thema als beim Problem.

00:13:40: Dann sind wir bei dem individuellen und dann... ...ist es das Thema, ich habe Herausforderung die und die und i, ich hab Thema xy und das Thema kann sich auch von Beratungs- zu Beratungssituationen ändern.

00:13:56: Genau also worüber wir gerade so ein bisschen sprechen, ist Alltag in der Beratungenpraxis.

00:13:59: was hören wir da so von den Beratenden?

00:14:02: Was erleben wir daso...?

00:14:04: Was nehmen wir da so mit?

00:14:05: Wie zeigt sich die fragile Männigkeit konkret, was beobachten wir.

00:14:11: Genau und da ist es halt immer wieder das Thema Reflektieren sich die beratenden Personen selbst darüber wie sie Mit dem Klienten sprechen wie Sie Vorannahmen treffen und voraussetzen dass bestimmte Dinge so sind Oder dass eben bestimmte dinge so nicht sind.

00:14:28: ja Dass der Junge eben doch lieber Fußball spielt wahrscheinlich und nicht kein Einzelsport.

00:14:35: Und Einzellsport habe ich ein schönes Beispiel.

00:14:41: Könnte ja auf der einen Seite sein, ich gehe zum Klettern oder gehe zum Ballett tanzen.

00:14:48: Da bin ich möglicherweise auch ein einziger Performer.

00:14:52: Das eine wird als Mensch konnotiert in der Regel und das andere eher als läuft gefahren.

00:14:58: Als Junge in der Schule sage ich geh zum Ballet dann kann jeder sich selbst vorstellen, wie das Umfeld darauf reagiert.

00:15:05: und da sind wir beim strukturellen Problem.

00:15:13: Wenn man jetzt noch mal zu dem Thema, wie zeigt sich fragile Männlichkeit konkret in der Arbeit?

00:15:19: Wenn ich jetzt am Klienten Beispiel ... Der Klient war sehr betroffen davon, dass er von seiner Partnerin dafür daraufhin angesprochen wurde, dass er hat in einem besonderen Fall sein Netzwerk spielen lassen.

00:15:44: Also er hat ungefragt im Kontext der Familie sein Netzwerkspielen lassen und jetzt ist die Familie weit gefasst denn es geht da um seine leiblichen Kinder und um die Kinder, also die seine Partnerin mit ihnen die Beziehung gebracht hat.

00:16:03: Es ging da um den Sohn der Partnerin und er hatte sich sozusagen aus Sicht der Partnerinnen reingehangen mit seinem Netzwerk.

00:16:12: Ein Stiefkind?

00:16:13: Ja, und er war Betroffen davon!

00:16:16: Und wir haben dann aber innerhalb der Beratungen einen anderen Blick darauf bekommen können und er ist auch damit rausgegangen dass er sagt ja ich muss das mir wirklich nochmal angucken es hat schon eine Beratung gemacht indem man das reflektiert hat dass es gar nur unbedingt notwendig gewesen wäre, dass er sein Netzwerk da unbedingt wirken lassen hat.

00:16:40: Der andere Punkt war das er verlangt hat und darüber ist er am meisten erschrocken, dass sich dafür bedankt wird.

00:16:48: Er wollte Dankbarkeit.

00:16:51: Eine Erwartung daran.

00:16:54: Und dass dann aber jemand das auch noch kritisiert?

00:16:58: Das hat ihn zunächst geschockt!

00:17:00: Aber er hat auch in diesem Schock gemerkt, dass es wichtig ist, dass er sich's anguckt.

00:17:04: Dass da irgendwas is'.

00:17:09: Also das ist nur ein Beispiel.

00:17:10: Das kann man natürlich jetzt noch ausbauen aber ich lass' das jetzt auch mal so stehen als ein Beispiel von dem wie das mürkmächtig sein kann.

00:17:19: Das ist so ein aktuelles Beispiel aus meiner Praxis was

00:17:22: mir

00:17:23: zu eingefallen ist.

00:17:24: Erleben gesellschaftlich erleben wir ja gerade eine starke Polarisierung in der öffentlichen Debatte über dieses Thema Männlichkeit, zum Stichwort toxische Männigkeit auf der einen Seite und eben dem Backlash oder der Mann als Opfer.

00:17:41: Auf der anderen Seite.

00:17:45: Wir wollen hier jetzt noch mal ein bisschen darauf gucken.

00:17:46: wie erleben wird das?

00:17:47: Wie nehmen wir das wahr?

00:17:50: was können wir anbieten möglicherweise?

00:17:53: Ja, wir hatten das auch schon konzeptionellen Vorgespräch, dass wir haben bei unserer Organisation beispielsweise ja auch schon wie ein Beispiel dafür ist was passiert nämlich das wir auf der einen Seite ein Projekt haben.

00:18:11: Was solche Themen wie toxische Männlichkeit mit im dem Fallen mit jungen Männern sehr intensiv bearbeitet.

00:18:20: Auf die eine Seite und auf der anderen Seite unser Projekt Bundesfahr- und Koordinierungsstelle Männergewaltsschutz sich stark mit dem Thema beschäftigt, wo Männer Opfer von häuslicher Gewalt sind.

00:18:30: Wo ja die Dunkelziffer wesentlich höher liegt als angenommen.

00:18:34: Und wo ich auch immer wieder die Beobachtung mache dass mich zum Beispiel sagt das ist so ganz einfach.

00:18:39: um es ganz einfach darzustellen Das sind die die in Deutschland sich darum kümmern dass es Männerschutzwohnungen gibt.

00:18:45: und dann wird mir gesagt was eine Männenschutzwarnung?

00:18:47: Was ist denn das jetzt?

00:18:48: Was habe ich denn davon dazu verstehen?

00:18:52: Wir haben auf der einen Seite auch in unserer Organisation die Männer, die quasi Anführungsstrichen-Opfer sind.

00:18:58: Die also von anderen Männern als schwach bezeichnet werden und als Schlappspänze oder so.

00:19:03: Noch nicht mal das?

00:19:04: Das sind meiner Sicht auch Männer, da die reflektieren darüber wo Gewalt losgeht.

00:19:10: Gewalt muss ja nicht nur körperlich sein sie kann ja auch verbal oder psychisch sein was ja häufig von Frauen ausgeübt wird.

00:19:18: sagen wir mal, wären wollen im Sinne von ich schlage jetzt nicht zurück sondern ich realisiere erst mal hier ist.

00:19:25: Hier wird Gewalt ausgeübt gegen mich und ich will mich davor schützen.

00:19:28: Ich will nicht kämpfen, gegenkämpfen und gegen Gewalt weil das natürlich eine Spirale in Gang setzt die niemals endet.

00:19:37: Und wenn ich mich damit also dafür entscheide dass nichts zu tun dafür ist diese Koordinierungsstelle für Gewaltschutz da.

00:19:46: An die kann ich mich wenden, kann sagen, da kriege ich eine Distanz

00:19:48: rein.".

00:19:48: Ich kann natürlich auch sagen okay, ich gehe selber!

00:19:51: Ich löse das selber auf wenn ich das schaffe geht es auch aber ist eben ein Angebot.

00:19:56: und demgegenüber auf der anderen Seite haben wir die Abteilung die sich mit heranwachsenen Menschen beschäftigt und sie dabei unterstützt zu reflektieren über wer bin ich denn?

00:20:05: Wer will ich sein als Mann?

00:20:08: Wer Und mit welchen Werten will ich aufwachsen und für welche Werte will

00:20:15: ich stehen?

00:20:21: Die Frage, ob sich das Bild der Fragilenmännlichkeit in den Jahren verändert hat.

00:20:28: Hat sich das verändert?

00:20:29: werden die Männer fragiler oder werden wir noch aufmerksamer?

00:20:34: Ja, dieser...

00:20:35: Ich würde gerne sagen wir werden aufmerksam.

00:20:37: Das ist das was ich auch erlebe, dass es auch zu spüren an dem welche Themen an uns herangetragen werden.

00:20:44: also das hat sich ganz stark verändert.

00:20:48: Es

00:20:49: ist enorm gestiegen und ich spürte das auch überall und ich finde Das ist der spannende Weg, denn fragile Männlichkeit gibt's nach wie vor.

00:21:02: Gibt es immer noch?

00:21:03: Natürlich wird jeden Tag reproduziert.

00:21:06: Ist überall zu merken und zu spüren.

00:21:09: Aber auf der anderen Seite ... Wie letztens ich war... Ich geb im Workshop, der auch mit diesem Thema zu tun hat.

00:21:16: Und da sitzt plötzlich ein pfern- sechzigjähriger Mann, der sagt, ich bin heute das erste Mal auf so einer Veranstaltung.

00:21:22: Da hab' ich im Workshop auf der einen Seite Sechzehnjährige hoch sensibilisiert hier sitzen und auf der anderen Seite, da ist ein gräuer Mann das erste Mal sich diesen Thema stellt.

00:21:37: Und sagt ich bin heute hier um mich auch in meinem jetzt mit meinen vierundsechzig Jahren diese Herausforderung zu stellen.

00:21:45: Ja also spannend ist dass wir aufmerksamer werden.

00:21:48: aus meiner Sicht wobei gleichzeitig die Frage stelle es gibt sind werden wir aufmerksam in der gesellschaftlichen Debatte?

00:21:56: tatsächlich, das würde ich mir erwünschen.

00:21:59: Weil da sehe ich die Gefahr, dass wenn wir nicht aufmerksamer werden, werden wir einfach reagieren wie mit alten Mustern nämlich mit Aggressivität und Eskalationen.

00:22:09: Und wenn wir aufmersamer werden steht demgegenüber vielleicht auch eine gewisse Form von Extremismus.

00:22:14: übertreiben wir es an bestimmten Punkten.

00:22:17: Ich finde das ist so ein bisschen das Spannungsfeld was ich da sehe zwischen dem einen und dem anderen.

00:22:23: Weil mir ging es tatsächlich auch so, als ich vor anderthalb Jahren hier angefangen habe dieses Mandat aufzunehmen.

00:22:28: Da war mir das auch völlig neu dass es Männerschutzwohnungen gibt und ich merkte wie ich mir das selber erst mal überhaupt nicht vorstellen konnte.

00:22:37: Und heute denke ich es ist schon gut, dass es so ist uns vielleicht noch trotzdem viel zu wenig in der gesellschaftlichen Debatte oder im gesellschaftlichem Bewusstsein wie aufmerksam wir da überhaupt sind.

00:22:51: oder eben nicht aufmerksam, weil mir sind ja nur in dieser Bubble der Beratende zu sein.

00:22:59: Aber das ist nicht die gesellschaftliche Debatte.

00:23:04: Stehst du was ich meine?

00:23:07: Ich verstehe was du meinst.

00:23:09: natürlich gibt es auch in der Gesellschaft viele andere Themen aber durch... Die Zuspitzung in den letzten Jahren ist ja die Genderdebatte.

00:23:18: Und das ist ein Teil der Genderdebate so wirkmächtig geworden und polarisiert, dass das Thema da ist.

00:23:29: Da kommen wir zu der Frage, wie weit spielte da auch vielleicht Region oder Milieu in eine Rolle?

00:23:36: Oder ist Fragilität Ostdeutsch?

00:23:38: Ländlich ist es da anders geformt ... Wo meine Beobachtung ist, es spielt die Region mit keine Rolle.

00:23:47: Es spielt das Milieulkein-Rolle.

00:23:49: Es spürt auch nicht die Rolle ob das aus Ostdeutschland oder Westdeutsche Land ist.

00:23:53: Ob das nun ländlich oder städtisch ist vielleicht im städthischen Anteil gibt's einen etwas höheren Anteil an Männern die sich für eine andere Lebensform entscheiden oder auch für ne andere männliche Ausdrucksform.

00:24:08: aber es bleibt bei den Männern.

00:24:13: Wenn wir jetzt speziell den Mann betrachten, bleibt doch bei denen Männern die vielleicht auch in Anführungsstrichen anders sein wollen ja trotzdem ein Thema.

00:24:22: Weil die Konditionierung nach wie vor da ist.

00:24:25: Ja, würdest du sagen dass es... Wir sind uns einig das es ein überregionales Phänomen ist.

00:24:32: Würdest du soweit gehen das zu sagen oder ja, dass es ein globales Phädomen ist?

00:24:36: Dass sich die Welt daran geend verändert dass diese Rollenbilder mal auf den Prüfstand kommen und wir dort mehr Bewusstsein reinkriegen für das Stereotyp, was da drin steckt, versteckt ist festgenagelt oder hinterfragt wird.

00:24:51: Wird es so weit gehen, das Global zu bezeichnen?

00:24:54: Das ist schon ein globales Thema.

00:24:57: Das ist der Eindruck.

00:24:59: Wenn man sich die Performance einiger international agierender Männer anguckt ... Man kann sie wahrnehmen und das beobachten dann wird das ja deutlich.

00:25:14: Du hast es festgenaligt, ne?

00:25:16: Ja, so

00:25:17: ein Festhalten an diesen Alten war doch schon immer so.

00:25:20: wir wollen zurück zum alten egal ob das jetzt das Ölgeschäft ist oder das alte Rollenbild von die Frau am Herde.

00:25:28: Wir wollen dahin zurück in die guten alten Zeiten und deswegen daran mache ich das ein bisschen fest zu sagen oder zu behaupten ist, es ist ein globales Phänomen.

00:25:38: Weil eben die Reaktion darauf schon ist ... Wir kämpfen, wir ziehen in den Krieg für das alte Bild und auf der anderen Seite aber der Aufbruch in eine neue Ära vielleicht, in einer hoffentlich besseren Ära des Miteinanders zur Gleichstellung von Mann und Frau?

00:25:55: Oder zur Gleichstellung von allen, sag ich mal!

00:25:57: Ich will das ja gar nicht so sehr auf diese Pole festnageln weil letztendlich kann jeder alles sein Alle, alle Anteile.

00:26:06: Und dürfen uns individuell fragen wie viel... Wie wollen wir diese Anteiler leben?

00:26:12: Okay?

00:26:13: Joa!

00:26:15: Kommen wir mal zum nächsten Abschnitt Perspektiv-Erweiterung.

00:26:20: Was könnte helfen?

00:26:21: was brauchen Männer?

00:26:23: Was könnten sie brauchen aus deiner Sicht um aus dieser Fragilität herauszukommen?

00:26:28: Welche Erfahrungen haben wir da?

00:26:29: so?

00:26:32: Also die Konkretestritte sind sich Meistens und das Thema hatten wir auch schon mehrfach.

00:26:44: Es geht immer genau dann los, wenn es eine wirklich heftige Krise gibt.

00:26:49: Also ganz heftige Krisen sind.

00:26:51: das Thema Trennung... Das

00:26:54: ist ja schon eine Katastrophe

00:26:56: oder wo musst du denn?

00:26:57: Naja diese Unterscheidung zwischen Krise und Katastrophen.

00:27:01: Ich sage ja manchmal so bisschen böse oder pauschal bei Männern kommt kommt ja erst Bewegung rein, wenn es Blaulicht kommt.

00:27:08: Ja, also recht

00:27:09: spät?

00:27:10: Recht spät!

00:27:11: Wobei letzte Woche – ich hatte's hervorhin schon gesagt auf dem Workshop wo ich war, da ging es los beim Sechzehnjährigen und es ging bis zum Sechzigjährigen.

00:27:21: Also Männer kommen schon in Bewegung oftmals jedoch wenn einer weibliche Person dahinter steht.

00:27:28: Also die Männer werden ganz oft sozusagen quasi geschickt oder es wird ihnen empfohlen?

00:27:34: Da gibt's

00:27:35: sogar wissenschaftliche Studien, die hab ich zwar gerade nicht zur Hand, weil das recht spontan ist hier aber gestern Abend habe ich das erst zu dieser wissenschaftlichen Studie gehört dass Männer im Schnitt siebzig Monate brauchen bis sie realisieren, dass sie ein Thema haben Und erstmal losgehen, sich Hilfe zu holen.

00:27:54: zum Thema wenn es blau ist kommt.

00:27:56: In siebzig Monaten könnte es schon zu spät sein und Frauen aber dem statistisch gegenüber mit acht Monaten stehen also ein Zehntel fast kürzer Krisen annehmen und sagen hier sollte sich was ändern zumindest mal auf den Prüfstand kommen und gucken was ist denn ja eigentlich los?

00:28:13: Und zu der Frage was könnte helfen?

00:28:15: aus unserer Sicht würde ich vorschlagen helfen würde erst einmal das schneller anzunehmen und zu sagen, also hinzuschauen.

00:28:25: Und zu akzeptieren, Moment mal... Da war doch was!

00:28:28: War es jetzt eine Mücke auf meinem Arm?

00:28:30: Wo der Mann sagt, oh, war nur ne Mücke oder ein Kratzer oder wie würd man gerne so tun, ja?

00:28:34: War doch nix.

00:28:36: Das Mal Stopp zumachen, so.

00:28:38: Und sozusagen hey moment ich guck da einfach trotzdem mal hin.

00:28:42: Weil wenn alles okay ist dann ist ja alles ok.

00:28:46: Trotzdem lohnt es sich mal hinzuschauern.

00:28:48: Das wäre so die erste Einladung aus meiner Sicht, um ein bisschen mehr Geschwindigkeit

00:28:52: rein.

00:28:52: Ja und das Thema Geschwindigkeit ist gar nicht so schlecht denn unsere Kampagne heißt ja Mann holt dir Hilfe und setzt interessanterweise obwohl Es wird ja gesagt, bei Männern jahre ansprechen mit irgendeinem Problem.

00:29:11: So zu sagen quasi beim Männern immer ganz nett sein, sonst reagieren sie nirgends ab?

00:29:15: Ja natürlich klar fragile Männlichkeit.

00:29:17: also da wäre ich ab gehe ich in den Widerstand.

00:29:21: jedenfalls kurz und gut unsere Kampagne.

00:29:24: man holt ihr Hilfe macht Hilfsangebote sichtbar Und unter anderem auch auf unserer Website gibt es einen Bereich dazu, wo eine Reihe an Männer beraten denn aufgeführt sind von uns.

00:29:40: Ich hinterfrag immer noch aktiv ob's nicht besser wäre wenn wir da drauf schreiben würden mann hol dir Unterstützung weil wir haben ja dieses Hilflosigkeitsthema vorhin schon besprochen wie dieses Gottes Willen.

00:29:50: wenn uns jetzt Männer zuhören die ein Thema hatten oder ich sage ich würde sehr gerne angehen aber über dieses Ich muss mir eingestehen, dass ich irgendwie Hilfe gebrauchen könnte.

00:29:59: Dass das hilfreich wäre... Da ist die Hürde zu hoch!

00:30:02: Vielleicht wäre sie geringer wenn wir von Unterstützung sprechen und zu sagen du bist okay wie du bist aber Unterstützung wär vielleicht cool so dass du nicht alles alleine stemmen musst, dass du dich irgendwie der Raka sein musst.

00:30:12: Vielleicht eine kleine

00:30:15: Idee?

00:30:16: Vielleicht ist das eine Idee denn können wir

00:30:18: ja das nächste Mal was funktioniert denn?

00:30:21: Was geht denn?

00:30:22: oder was ist welche Intervention in einer Männerberatung bei den Fachkräften?

00:30:26: Falsch, also falsch im Sinne von was geht eher nicht gut.

00:30:29: Was funktioniert er nicht

00:30:30: gut?

00:30:33: Ja und da habe ich gestern wieder in einem Workshop mitgenommen das zu schnelle Vorannahmen nicht gut funktionieren.

00:30:43: Das so schnelle Unterstellungen dass das funktioniert nicht gut sondern dass es sich eher gut macht wenn man erst mal abwartet.

00:30:51: also die Fachkraft aushalten kann die Stille aushalten kann das Warten aushalten kann beobachten kann, wie der Mann, der da kommt oder vielleicht auch das Paar.

00:31:03: Wie er sich fühlen könnte und nicht direkt reinzuschießen oder vielleicht sensibel zu sein.

00:31:08: ich gebe mir ein Beispiel.

00:31:09: paar Beratungen gestern wurde gestern beschrieben von einer Fachkraft wir sind in der Familienhilfe Paarberatung Wir sind fachlich also sind Experten Frauen Wir beraten Paare.

00:31:21: ja.

00:31:21: dann habe ich gefragt wie ist denn das Setting?

00:31:23: Ja wir beginnen zu zweit.

00:31:26: Und jetzt habe ich gesagt, okay dann komme ich mit meiner Partnerin.

00:31:28: Weil ich eine Krise hab zu euch und da sitzen ein zwei Frauen Beraterinnen meine, mit der ich eine Krise hab also drei Frauen und ich.

00:31:37: und dieses Setting alleine ist doch schon eins wo ich sage uiuiui will ich dort überhaupt sein kann nicht das überhaupt aushalten tut.

00:31:44: also Kann ich überhaupt davon ausgehen, dass mir das gut tut?

00:31:48: Oder könnte ich es als Bedrohung wahrnehmen.

00:31:50: Und dass die Fachkräfte das möglicherweise mal ansprechen einfach nur das Mal ansprechen zu sagen hey das tut mir leid dass das jetzt hier so ist.

00:31:57: Wir haben gerade wir haben ja Fachkräftemangel in Deutschland wissen ja alle Es tut uns leid, dass wir hier strukturell grad keinen Mann mit hinsetzen können.

00:32:04: Ja aber wir könnten uns ja zum Beispiel darauf einigen Dass die eine Person ihre Perspektive einnimmt und nur für sie als Mandat, also für mich als Mann wie mein Anwalt ist sage ich mal so.

00:32:21: So was könnte zum Beispiel helfen das mal anzusprechen?

00:32:25: Das klingt so nach einer Einladung zu unserer Fortbildungsformate auf die ich dann vielleicht nochmal zu sprechen komme.

00:32:34: aber wir haben in unseren Fortbildungen Formaten sehr gute systemische Dozentinnen und da kann man auch immer wieder die eigene Haltung in der Beratung sich näher anschauen, neu einüben was immer wieder wichtig ist.

00:32:59: Das hast du noch am Rande erwähnt.

00:33:05: Ja mit den Interventionen was funktioniert?

00:33:06: Was funktioniert nicht?

00:33:08: wie schafft Wie schafft die Fachkraft, wie schafft der Beraterinnen und Berater den Zugang zu Männern, die sich nicht als Hilfesuchende sehen oder sehen wollen?

00:33:20: Wie kriegen sie den Zugangskinden.

00:33:24: Und ein zweites Ding neben dem – ich bin mal vorsichtig!

00:33:26: Ich gehe immer nicht voll aufs Gas, ich gehe mir nicht voll rein.

00:33:29: Ein zweites ding ist genau zuzuhören und das zunehmen was der andere mehr gibt und vielleicht zu….

00:33:37: Das was er sagt zu paraphrasieren, also zu wiederholen.

00:33:43: Zu sagen habe ich sie richtig verstanden?

00:33:45: Sagen Sie gerade das, dass und das?

00:33:51: Wie fühlt sich das denn an wenn Sie das sagen was ist denn da dahinter?

00:33:54: möglicherweise aber nicht so schnell und nicht zu forsch.

00:33:58: Also dieses Vorsichtdesign und eher ein bisschen mehr... Also Sicherstellungsfragen sage ich mal als Überschrift.

00:34:05: Habe ich das jetzt richtig verstanden?

00:34:07: Weil häufig ist ja mein eigener Filter das Problem.

00:34:10: Meine eigene Konditionierung steht mir im Weg.

00:34:12: Ja, meine eigene fragile Männlichkeit.

00:34:17: Ich habe die weiblichen Fachkräfte da eher gesehen auch den ihre Filter stehen dem ihr am Weg.

00:34:23: Also da Sicherstellungsfragen zu verwenden könnte auch helfen und damit kommen wir auch zur Frage was können sie denn tun was können die anders machen wenn diese Fachkräften Sozialpädagogenberater oder Coaches mit dieser Dynamik konfrontiert werden.

00:34:39: Mit diesem, oh hier ist mein Meldigkeitsbild infrage gestellt fragil zerbrechlich.

00:34:46: ich bin in der Krise damit und das ist ja häufig nicht nur das Meldighetsbild es auch das Weiblichkeits- oder das Paarbild was irgendwie Brösel kriegt, Risse kriegt und irgendwie offen auf den Prüfstand soll und vielleicht eine andere Dynamik entwickeln soll weil sie eben Beiden nicht mehr gut tut.

00:35:06: Aus meiner Sicht und aus dem, was über die Jahre hinweg immer wieder deutlich wird ist es so dass ich sehr gut beraten bin wenn ich mich mit männlicher Sozialisation konkret auseinandersetze Wenn ich mich dahingehend weiterbilde Was bedeutet es Mann zu sein?

00:35:32: Was bedeutet man zu werden?

00:35:34: Was hängt damit zusammen?

00:35:35: Wann beginnt das konkret?

00:35:38: Weiß für Kräfte sind dahinter wirkmächtig.

00:35:41: Und wenn ich mich mit diesem Phänomen auseinandersetze und wenn ich das konkret mir hinnehme, ist es unabhängig ob ich jetzt weiblich eine weibliche paratente gelesene Person bin in der Beratung oder männlich sondern Ich kann die Kräften, die hintermännlicher Sozialisation stecken.

00:36:02: Das kann nicht verstehen, das kann nicht erlernen weil das erforscht wird.

00:36:08: Und ich kann auch verschiedene Perspektiven, die man kritisch sich angucken kann, ob es jetzt die Perspektive ist oder die Perspective ... Ich kann mir die anschauen und ich kann das in meinen Spektrum der Beratung mit hineinnehmen.

00:36:21: und somit erweitert sich mein Spektuum um das Thema Geschlecht.

00:36:25: also wie welche Wirkmächte sind herum um das thema geschlecht?

00:36:30: Wirkmächtig was ist da?

00:36:34: Welche Prozesse laufen da aber auch im Beratungs-Setting, welche Prozese?

00:36:38: Und wenn ich das selber reflektiere und wenn ich da so reingehe mit neuem Wissen verändere sich die Beratung.

00:36:48: Also hat sich meine eigene Beratungen verändert in den letzten sechs, sieben, acht Jahren?

00:36:53: Das bringt mich zu der Frage der Hoffnung.

00:36:56: können wir hoffnungsvoll sein?

00:36:59: was gibt uns vielleicht Hoffnung wenn wir auf dieser Arbeit schauen?

00:37:06: Ja, was denkst du?

00:37:07: Was könnte uns Hoffnung geben.

00:37:10: Vielleicht die erhöhten Anfragen, die uns zuversichtlich stimmen weil sie eben darauf hindeuten dass mehr Aufmerksamkeit auf das Thema kommt, dass mehr Bewusstsein da reinkommt, mehr Entschlossenheit es anzugehen, es zu verändern ist neu zu gestalten.

00:37:26: Das wäre etwas Versicht dazu sagen würde was denkest Du?

00:37:28: Was gibt dir Hoffnung in unserer Arbeit oder in der Arbeit mit den Fachkräften, die Männerberatung angeht.

00:37:37: Ja mir gibt auch Hoffnung die Arbeit mit Klienten und wenn sich Männer melden und sagen ich habe das und das Thema Ich brauche da Hilfe Beziehungsweise ich brauch Unterstützung Und was dann geöffnet wird und was dann abgeht Es ist einfach so Hammer weil un vor allen Dingen Wann, in welcher Disziplin dann die Männer auch dahinter sind und in einer Veränderung gehen.

00:38:08: Und sich wirklich enorm Mühe geben was natürlich mit Rückschlägen verbunden ist.

00:38:13: aber sie gehen wirklich in eine intensive Arbeit mit sich selber.

00:38:18: An der Stelle können wir vielleicht nochmal den Hinweis würde ich gerne mal aufgreifen dass wir also Wir sind die Berater der Beratenden und wir sind Vermittler Also Die Landesfachstelle wenn sich Männer an uns wenden werden vermittelt.

00:38:31: Wir haben Netzwerke im Hintergrund, wo wir die Unterstützungssuchenden hinvermitteln können.

00:38:38: Das vielleicht weil du das gerade so schön hingelegt hast an dieser Stelle.

00:38:43: und die Frage was es gibt eine Erkenntnis aus der Praxis?

00:38:48: Die Fachkräfte vielleicht mitnehmen könnten ein paar hatten wir jetzt ja schon gesagt was sie tun könnten.

00:38:55: Vielleicht noch mal so einen abschließendessen Nugget

00:39:00: sich auch in diesem Bereich, also einer geschlechter-sensiblen Arbeit, sich Fortbildung zu suchen oder nochmal direkt eine Weiterbildung zu machen wie beispielsweise unser Angebot der fortbildungssystemische Männerberatung die über anderthalb Jahre geht.

00:39:17: Oder auch andere Angebote.

00:39:19: Ja das ist so.

00:39:21: Also sich selber weiterzubilden, sich selber zu integrieren gerade wenn man solange schon im Beruf ist, sich mal zu hinterfragen und zu reflektieren Ist das dennoch so, wie ich es mal gelernt habe und so weiter.

00:39:32: Was machen wir noch konkret?

00:39:33: Wenn's... was bieten wir noch an haben wir jetzt ja schon gesagt.

00:39:37: Brauchen wir nicht nochmal

00:39:39: oder?

00:39:39: Ja also wenns um das Thema fragile Männlichkeit geht kann ich unsere Workshop Format was jetzt im Herbst stattfinden wird in Leipzig Mail Alley Workshop und kritische Männigkeit empfehlen.

00:39:55: Beispielsweise ist ein Workshop, wo ich auch ganz offen reingehen kann.

00:39:59: Ist ein Tag, kostet auch die immens viel.

00:40:02: Also auch das physische Erleben aber auch online Fortbildung genauso gut.

00:40:06: Online Workshop

00:40:07: und wir haben ein Angebot an Privatpersonen tatsächlich.

00:40:13: Online einmal im Monat?

00:40:16: Ja, einmal im monat heißt Männerdialoge www.männerdialoge.de Jedes Mal mit einem eigens moderierten Thema.

00:40:27: Wir sind ein kleines Team aus unserer Organisation, die das jetzt seit sechs Jahren machen und unter der Domain-Männerdialoge.de gibt es auch immer das neue Thema.

00:40:41: Das nächste Thema im Juli wird sein, das Thema wie kann man als Mann solidarisch leben?

00:40:47: Ja, das ist also ein Beispiel dafür vorher, dass das Thema war Hass!

00:40:56: Das Credo ist, ich spreche von mir und höre dir zu.

00:41:01: Dass es das Credo dieses Austausches...

00:41:03: Deutschlandweite Teilnahme.

00:41:05: Deutschlandweide

00:41:05: Teilnahme!

00:41:06: Kostenlos,

00:41:07: ein Walling einmal einen Dienstagabend im Monat.

00:41:12: Dann vielleicht noch abschließen die Frage, also zum Thema Ressource bzw.

00:41:16: welche Anfragen bekommt ihr von Fachkräften?

00:41:18: Was beschäftigt die Leute wirklich da draußen?

00:41:21: Was nehmen wir denn so wahr bei den Fachkräften?

00:41:24: Ein paar Sachen hat mir schon skizziert durch Beispiele.

00:41:27: Was beschäftige ich die Fachkräfte tatsächlich?

00:41:32: Ja dadurch dass sich ja immer die aktuellen Buchungszahlen für unsere Veranstaltungen vor Auge habe.

00:41:39: ist es so das sie Im Ranking ist das Thema Gewalt.

00:41:46: Wie kann ich Männer, die entweder selber Gewalterfahrung gemacht haben oder Gewalt ausgeübt haben?

00:41:54: Wie kann nicht sie gut beraten?

00:41:56: Das ist so das Hauptthema gefolgt von den Themen, die wir jetzt gerade angesprochen haben.

00:42:04: Kritische Männlichkeit.

00:42:05: wie kann ich Männlichkeit reflektieren?

00:42:07: Die Workshops, die dazu angeboten werden Aber auch Workshops, wo es um das Thema ... Suchtverhalten.

00:42:16: Männlichkeit im Alter.

00:42:18: Tod und Vergänglichkeit genauso wie auch das Thema aus Rechtsextremismus.

00:42:25: Was kann ich da tun?

00:42:27: Wie kann ich das unterstützen als beratende Personen?

00:42:30: Die sind genau so gefragt.

00:42:32: Mhm.

00:42:34: Also wir nennen sie ja Fortbildungsmodule also unsere Vertiefungsmodulle zum Thema, wie kann ich Männer beraten?

00:42:43: Hier habe ich jetzt gerade noch mal die Frage auf dem Zettel, die wir schon beantwortet haben.

00:42:46: Was kann die Landesfachstelle konkret leisten wenn jemand bei diesem Thema Unterstützung sucht?

00:42:50: Kann sich an uns wenden, kann direkt auf uns zukommen.

00:42:53: Wir vermitteln ins Netzwerk und oder prüfen ob wir selber Angebote machen in Form von Workshops, in Formen von Vorträgen oder Impulsen ,die wir geben können grade wenn es Fachkräfte sind.

00:43:08: Wo sind unsere Grenzen?

00:43:09: was machen wir nicht?

00:43:14: Wir machen keine juristische Beratung, das ist nur unsere Expertise.

00:43:19: Da vermitteln wir auch gerne weiter und wir haben jetzt auch keine spezielle Suchtexpertise.

00:43:29: Das ist aber auch etwas was Anfrage abhängig ist, aber auch da haben wir unser Netzwerk wo wir weiterhin weitervermitteln.

00:43:42: Ja und ansonsten?

00:43:44: Bleibt die Frage, wie können Fachkräfte mit uns in Kontakt treten?

00:43:47: Abschließend vielleicht letzte Frage.

00:43:49: Wie können sie mit der Landesfachstelle in Kontakt reiten?

00:43:53: Zum einen hast du ja vorhin schon unser Website erwähnt.

00:43:55: Die schreiben wir natürlich in die Show-Notes.

00:43:57: Da finden sich Ansprechpartner, da finden sich E-Mail-Adressen, da findet sich die Fortbildung von der wir gesprochen haben.

00:44:03: Da findet sich das Eulmerprojekt und so weiter.

00:44:07: Und auch Telefonnummern.

00:44:08: Man könnte direkt anrufen...

00:44:09: Man kann direkt anrufen!

00:44:11: Es gibt diese Möglichkeit ziemlich einfach über unsere Website im Kontaktformular uns eine Nachricht so hinterlassen.

00:44:21: Wir sind also per Meerkut zu erreichen, da kommen die allermeisten Anfragen und...

00:44:32: Ja, dann sind wir quasi für heute rum würde ich sagen, oder?

00:44:34: Ja, jetzt hatte

00:44:35: ich noch und gesagt!

00:44:36: Wollt noch was sagen?

00:44:36: Was?

00:44:37: Dann habe ich dich auch entschuldige!

00:44:39: Und du?

00:44:40: Und?

00:44:41: Jetzt rauskannst

00:44:43: du?

00:44:43: Was machst du gerade weg?

00:44:45: Nach Thomas Q. Höhnelfragen.

00:44:47: Zum Beispiel!

00:44:48: Wenn Sie anrufen...

00:44:49: Yes!

00:44:50: Ja, okay.

00:44:51: Alles klar.

00:44:51: Mhm.

00:44:54: Ja.

00:44:54: Ja gut?

00:44:54: Ja, ok.

00:44:56: Q. Wunderbar.

00:44:57: Danke für den Austausch.

00:44:59: Danke fürs Miteinander und danke fürs Zuhören.

00:45:01: Ähm, danke für eure Fragen.

00:45:03: bitte gerne nehmt Kontakt mit uns auf meldet euch Und in der nächsten Ausgabe sprechen wir mal über das Thema Männergesundheit will ich vorschlagen

00:45:12: Oh ja Ein ganz wichtiges Und sehr ... auch Thema, welches schon seit Jahren von uns bearbeitet wird.

00:45:23: Das Thema meiner Gesundheit.

00:45:27: In diesem

00:45:27: Sinne?

00:45:28: Bis bald!

00:45:29: Tschüss

00:45:30: Jörg!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.